Arctic Coast Way: Halbinseln im Norden

01. - 09. April 2026

 

Bevor wir in den Norden fahren machen wir zunächst noch einen Abstecher zu den Lavawasserfällen Hraunfossar. Hier strömt das weiter oberhalb versickerte Wasser des Gletscherflusses Hvitá in unzähligen kleinen Wasserfällen wieder aus der Lava heraus. Wir spazieren mit großer Vorsicht entlang der Wasserfälle, sind die Wege doch tatsächlich spiegelglatt.

Wieder einmal erleben wir eine katastrophale Nacht mit heftigem Sturm und demzufolge wenig Schlaf. Beim Überprüfen der App sehen wir, dass die Ringstraße in der Richtung, die für uns als nächstes ansteht, geschlossen ist. Wir harren auf einem Parkplatz aus, am Nachmittag wird die 1 für den Verkehr freigegeben, soll aber nur mit Vorsicht zu fahren sein. Da riskieren wir nichts, bleiben einfach stehen, zumal wir noch Schlaf nachzuholen haben. Das wenig überzeugende Nordlicht in der Nacht motiviert uns dann auch nicht zum Aufstehen. Am nächsten Morgen minus 7 Grad, tolles klares Wetter. Wie gut, dass wir stehengeblieben sind. So können wir die tolle Berglandschaft genießen.

Auf Asphalt, später dann guter Naturstraße umrunden wir die Vatnsnes Halbinsel. Den eindrucksvollen Felsen Hvitserkur können wir diesmal nur von oben anschauen. Eigentlich wollen wir auch hinunter zum Strand, um einerseits die vielen Wasservögel und eventuell die Robben zu sehen, andererseits näher an den Felsen zu gelangen und diesen aus einer anderen Perspektive zu fotografieren. Aber der „Abstieg“ ist speziell im letzten Teil ziemlich steil, vor allem aber extrem rutschig. Das lassen wir dann lieber, waren wir doch 2022 auch hier und konnten uns ausführlich umsehen.

Danach fahren wir auf matschiger Naturstraße zur Felsenburg Borgarvirki. Hierbei handelt es sich um eine der wenigen bisher entdeckten Festungen aus der Wikingerzeit in Island. Viel zu sehen ist nicht, aber allein die großartige Landschaft lohnt die Runde.

Es geht zurück zur 1, von dort aber schnell wieder auf einen Abstecher zum Kolugljúfur Canyon. Peter muss wieder in den Matsch, das Auspuffendrohr hat sich erneut gelöst. Hier an der Schlucht erleben wir diesmal einen völlig anderen Anblick als 2022. Die Wasserfälle sind nahezu noch total vereist. Auch hier ist uns ein Abstieg zu Aussichtspunkten viel zu riskant, so dass wir es beim Blick von oben belassen. Insgesamt ist viel mehr Betrieb als beim letzten Mal. Hier erleben wir übrigens mal wieder die fassungslos machende Respektlosigkeit von ignoranten Mietcamperinsassen, die ja zumeist kein Clo an Bord haben. Zwei dieser Camper stehen dicht an dicht, wir denken, sie gehören zusammen. In einem Camper kann man zwei Personen sehen, die gerade beim Essen sind. Aus dem anderen Camper steigt zunächst der Mann aus, stellt sich nah in Richtung des anderen Fahrzeugs und pinkelt. Kurz danach springt die junge Lady heraus, hockt sich direkt vor den anderen Wagen, Hose runter und … Wie wir später sehen, gehören sie nicht zusammen, sondern fahren getrennt von dannen. Nicht zu glauben! Natürlich gibt es hier, wie an vielen anderen Stellen auch, keine Toilette, aber dann verhält man sich doch trotzdem nicht so respektlos anderen Personen gegenüber.

Im übrigen gelangen wir auf der Weiterfahrt an einer aufwändig gestalteten Gedenkstätte zu einem der seltenen Clohäuser. Natürlich nicht kostenlos, sondern mit Kreditkarte zu zahlen. Gute 2,10 Euro für einmal pinkeln – auch nicht zu glauben! An der Gedenkstätte Thristapar in der Nähe von Vatnsdalshólar mit seinen unzähligen Hügeln fanden 1830 die beiden letzten Hinrichtungen auf Island statt.

Wir verlassen die 1 und biegen ab auf die Skagi Halbinsel. Es ist knackig kalt, die Straße ist vereist. Später geht der Asphalt in eine Naturstraße, die nicht regelmäßig geräumt wird, über. Die Bedingungen werden schwieriger, es gibt Schneeverwehungen, teilweise ist es extrem glatt. Und das scheint noch schlimmer und damit unkalkulierbar zu werden. Wir drehen um und suchen einen Platz.

Hier geht unsere deutsche zusätzliche Gasflasche so langsam zu Ende, so dass wir die vor einigen Tagen erstandene isländische Gasflasche anschließen. Die spätere Rückgabe dieser Gasflasche in Egilsstaðir mit Erstattung des Kaufpreises geht übrigens reibungslos vonstatten.

Die Umgebung ist großartig, lohnt einen Spaziergang. Abends dann ein netter Sonnenuntergang, in der Nacht Nordlicht. Schwierige Straßenverhältnisse führen dazu, dass wir erneut einen Tag aussitzen müssen. Das beschert uns dann in der Nacht erneut ein schönes Nordlicht.

Eine Wetterverschlechterung mit viel Wind und Straßensperrungen ist vorhergesagt. Da muss unbedingt ein windgeschützteres Plätzchen her. In Sauðárkrókur schauen wir uns den (geschlossenen) Campingplatz an. Der würde sowieso nicht passen. Danach nach Varmahlið. Der Platz würde Windschutz bieten, ist aber geschlossen und die Plätze nicht zugänglich. OK, dann also zur dritten Option.

Vorher aber noch ein Abstecher zur Torfkirche von Viðimýri, die leider verschlossen ist, aber ein Blick durchs Fenster ist möglich.

Anschließend geht es zum Freilichtmuseum Glaumbær. Dieses ist geschlossen, aber das Gelände ist frei zugänglich, so dass wir uns ein wenig umschauen können. Die Gebäude in Torfbauweise sind für ältere Bauten auf Island typisch. Holz war knapp, und so nutzte man Torfsoden, die in einer Art Fischgrätmuster aufgeschichtet stabil genug für Gebäude waren.

Letztlich landen wir auf dem Camping Lambeyri, der gegenüber den bisherigen Plätzen durch einen sehr freundlichen Besitzer (endlich einmal ein Ansprechpartner, der sich auch um den Platz kümmert) und eine bessere Ausstattung auffällt. Allein die Anzahl der Toiletten und Duschen ist auch hier deutlich zu gering ausgefallen, aber Küche und Aufenthaltsraum verdienen endlich einmal diese Bezeichnung. Ganz preiswert ist der Platz natürlich auch nicht. Noch ist viel Platz, und so stellen wir uns hin, nutzen gerne die (hier im Preis enthaltenen) Waschmaschinen und Trockner. Später treffen dann viele Mietcamper ein, die aber alle deutlichen Abstand zu uns lassen.

Abends legt der Sturm dann mit aller Macht los. Gottseidank sind wir hier zumindest ein wenig geschützt. Nachts gibt es wirklich fantastisches Nordlicht, aber aussteigen und fotografieren bei dem Wind – nein danke! Da schauen wir uns das Naturphänomen halt (leider) nur durch die Fenster an.

Am nächsten Morgen hat der Wind ein wenig nachgelassen, ist aber immer noch stark. Wir bleiben hier. Am Nachmittag ziehen wir dann um. Es gibt viele, wirklich sehr viele Möglichkeiten, sich auf dem Campingplatz zu platzieren, aber ein polnischer Camper zieht es vor, sich direkt vor/neben uns zu installieren. Keine zwei Meter Platz sind mehr zwischen den Fahrzeugen. Wir räumen zusammen und wählen einen der zahlreichen freien Plätze. Hat sogar noch was Gutes, denn die Aussicht hier ist deutlich schöner.

Bei starker Bewölkung und einigen Tropfen Regen geht es am Folgetag weiter zur Halbinsel Tröllaskagi. Hier schauen wir uns in Hofsós zunächst die Basaltsäulen an, wobei uns das letzte Stück des Abstiegs allerdings zu schlammig ist.

Wir durch eine schöne Berglandschaft. Es gibt mehrere Tunnel, darunter auch einspurige. Für uns besteht der Vorteil darin, dass wir Vorfahrt haben, also der Gegenverkehr an den Ausweichstellen halten muss.

Bald ist Siglufjörður erreicht. Das Geschäft ist nicht wirklich überzeugend, aber zumindest können wir in der Vinbuðin ein paar Vorräte ergänzen, bevor wir uns im verschlafenen Ort ein wenig umschauen. Das Heringsmuseum ist saisonbedingt geschlossen, genau wie das kleine Museum in Olafsfjörður.

Dafür können wir aber einige Eisenten und (nicht ausgefärbte) Gryllteisten ausgiebig beobachten.

Im Osten der Halbinsel befindet sich der längste Fjord Islands. Der Eyjafjörður ist etwa 60 km lang und beeindruckt durch großartige Landschaft. Hier finden in der Saison zahlreiche Waltouren statt, da die Wale sich anscheinend gerne in diesem ruhigeren Gewässer aufhalten. Wir können bei unserer Fahrt und bei einem ausführlichen Spaziergang einige Vögel sichten, leider meist etwas weit entfernt. Die vielen Schneehühner, die jetzt nach dem Abtauen in der Landschaft durch ihr (noch) schneeweißes Gefieder deutlich sichtbar sind, sind recht scheu und immer wird schnell wieder Distanz hergestellt.

Nicht mehr weit von Akureyri entfernt liegt der kleine Fischerort Hjalteyri. Hier befinden sich die Gebäude der ehemals größten Heringsfabrik Europas, die seit den 70er Jahren nicht mehr in Betrieb ist. Die Hallen sind verlassen, scheinen aber nach unserem Eindruck mittlerweile zumindest teilweise zu neuem Leben erweckt zu werden. Im Sommer finden von hier Waltouren statt, es soll auch gelegentlich Kunstausstellungen geben. Wir spazieren im Ort umher und schauen uns diesen lost place an, bevor wir für den Rest des Tages zum vorherigen Parkplatz zurückkehren.

 

Weiter geht es mit Myvatn, Tjörnes und Langanes

 

 

Aktuelles

 

 

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Nach einem kurzen Abstecher Richtung Mjoifjördur geht es nach Seydisfjördur zur Fähre. Die Fährfahrt zurück nach Dänemark ist deutlich ruhiger als die Hinfahrt. Wir ziehen ein Fazit zur dieser Reise nach Island.

 

 

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05. Mai 2026

 

Im Nordosten können wir einige Wanderungen unternehmen, besuchen eine eindrucksvolle Papageitaucherkolonie und erleben erneut fantastisches Nordlicht. 

 

 

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04. Mai 2026

 

Wir verlassen den Arctic Coast Way für einen Abstecher zum Myvatn. Anschließend geht es zurück zu dieser Küstenstraße und weiter Richtung Osten.

 

 

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