Rückreise und Fazit

22. - 26. April 2026

 

In Egilsstaðir halten wir uns nur kurz auf, tanken noch einmal voll. Leider haben auch hier die Dieselpreise in der Zwischenzeit angezogen, sind aber immer noch günstiger als in Deutschland. Auf den mittlerweile schneefreien Wiesen halten sich unzählige Graugänse auf.

Wir wollen vor der Rückfahrt unbedingt noch einmal in Richtung Mjoifjörður fahren. Am Abzweig kein Hinweis darauf, dass die Naturstraße gesperrt oder impassable ist. Also fahren wir hinein. Zunächst ist der Weg auch recht gut fahrbar, aber nach einer längeren Steigung ist Schluss. Damit hatten wir eigentlich auch gerechnet. Aber so haben wir die schöne Landschaft zumindest noch sehen können.

Am Fährtag erhalten wir mal wieder eine Mail des isländischen Zolls. Wir sollen die Zahlung abschließen, da wir ansonsten das Land nicht verlassen könnten. Wie das? Bezahlt haben wir doch schon. Vielleicht oder wahrscheinlich (?) meint man, wir sollen den Kilometerstand eingeben. Das werden wir unten im Hafen tun. Bei nach wie vor sehr gutem Wetter geht es über die Fjarðdaheiði hinunter nach Seydisfjörður. Anders als bei unserer Ankunft ist die Straße frei und gut befahrbar. Die umgebende Landschaft ist allerdings noch total von Schnee bedeckt. Der Haífoss ist mittlerweile aufgetaut.

Unten angekommen fahren wir ein gutes Stück aus Seydisfjörður raus, wir haben noch Zeit bis zum Check-In. Am Parkplatz für den Vestdalsfossar bleiben wir stehen, laufen noch zum Wasserfall.

Später dann zum Einchecken, das ruckzuck erledigt ist. Gelegenheit, noch etwas im Ort herumzuspazieren.

Außerdem öffnen wir natürlich den Link des Zolls, geben dort den Kilometerstand ein. Es erscheint die Meldung, dass die gefahrenen 3.416 Kilometer 40.070 IKR entsprechen, wir bereits 41.055 IKR gezahlt haben. Wir wissen, dass es keine Erstattung auf den Pauschalpreis gibt, aber was dann kommt, macht uns irgendwie wieder fassungslos. Wir sollen 41.055 IKR zahlen – wie bitte!?! Die haben wir bereits gezahlt. Die Zahlung werden wir auf keinen Fall vornehmen. Wir hören von einer anderen Reisenden, dass auch sie erneut zahlen soll, dies aber auch nicht tun wird. Im übrigen haben wir weder beim Check-in noch später vor Auffahrt auf die Fähre jemanden vom Zoll gesehen, es gibt wie schon bei der Ankunft keinerlei Kontrolle des Kilometerstandes!

            

Schon recht früh fahren wir dann auf die Norröna, wo wir unsere Kabine beziehen. Fast eine Stunde vor dem regulären Abfahrtstermin legt die Norröna ab. In Thorshavn ankommen sollen wir sogar drei Stunden vor dem regulären Fahrplan – warum auch immer. Punktgenau zur Abfahrt kommt Nebel auf. Anders als auf der Hinfahrt ist das Meer diesmal ruhig, eine angenehme Überfahrt. Allerdings sind auch diesmal wieder einige Busgruppen sowie dazu noch eine große Schülergruppe an Bord, so dass wir aufs Restaurant verzichten und das Essen lieber in unserer Kabine einnehmen.

Nach einer ruhigen Nacht kommen am Morgen die Färoer-Inseln in Sicht. Die Bewölkung reißt auf, die Sonne lässt sich blicken. Da verbringen wir die Zeit der Fahrt zwischen den Inseln natürlich an Deck und genießen die schöne Aussicht.

Beim Anlegemanöver sieht man auf dem Monitor sehr gut, wie eng es hier im Hafen zugeht. Auch heute gehen wir an Land, diesmal können wir bei gutem Wetter durch den hübschen Ort bummeln, und das durch die verfrühte Ankunft mit deutlich mehr Zeit.

Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung legen wir am Abend ab. Der Seegang nimmt etwas zu, aber ist absolut nicht zu vergleichen mit der Hinfahrt. So verbringen wir eine ruhige Nacht, sehen am frühen Morgen auf dem Monitor sowie aus unserer Kabine die Shetland-Inseln auftauchen. Schnell für ein paar Fotos nach draußen, sind doch die Kabinenfenster noch nicht gereinigt.

Dies geschieht kurze Zeit später, was man hier also sieht ist kein Regen, sondern die „Scheibenwaschanlage“.

Den Rest des Tages verbringen wir in unserer geräumigen Kabine, „arbeiten“ an den Reiseberichten. Nach dem Abendessen erhalten wir Besuch von zwei netten Reisenden, die wir auf Island getroffen haben und sitzen noch länger bei interessanten Gesprächen zusammen.

Die Nacht ist bei glatter See ruhig. Pünktlich um 11 Uhr sind wir in Hirtshals, Dänemark. Allerdings dauert es nahezu eine Stunde bis wir vom Schiff sind. Zügig geht es Richtung Heimat, wollen wir doch den LKW-freien Sonntag für die Fahrt, speziell für das staugefährdete Hamburg und Umgebung nutzen. Wir kommen gut voran und sind gegen 21.45 Uhr zu Hause.

 

Ein Fazit zu unserer Island-Winterreise

Diese Reise war unser neunter Aufenthalt auf der Insel, davon achtmal mit unseren eigenen Mobilen, einmal im Winter mit Miet-PKW. Unsere ersten Reisen nach Island fanden in den 80er Jahren statt. Seither hat sich natürlich viel verändert, selbst gegenüber unserem letzten Besuch im Jahr 2022 sind noch sehr deutliche Veränderungen/Verschlechterungen festzustellen. Die Menge an Touristen hat sich vervielfacht. Wir waren erschrocken angesichts der Massen an Menschen. Besonders im Süden und Südwesten waren regelrechte Kolonnen an Mietfahrzeugen unterwegs und entsprechend waren die Anlaufziele auch ganz schön überlaufen. Und das außerhalb der Saison, so dachten wir zumindest bei Buchung der Tour. Aber nach Auskunft von Isländern gibt es eigentlich keine Vor- und Nebensaisonzeiten mehr, Saison ist anscheinend immer. So wirklich interessiert an den Besonderheiten der Insel (Geologie, Natur, Tier- und Pflanzenwelt beispielsweise), scheinen uns viele der jüngeren Touristen nicht zu sein. Es geht um das Abfahren der Hotspots, die man in Instagram-Posts u.ä. gesehen hat. Das was zwischendurch ist, interessiert nicht, wie sonst kann man verstehen, dass wir viele Beifahrer während der Fahrt ausschließlich aufs Smartphone stieren sehen. Und so sind entsprechende Spots hoffnungslos überlaufen und kosten so richtig Geld. Zwei Beispiele: das Flugzeugwrack auf dem Sólheimasandur, wo man nicht nur Parkgebühren zahlt, sondern wo mittlerweile auch ein kostenpflichtiger Shuttle-Bus dafür sorgt, dass man nicht laufen muss, sondern schnell hin und wieder zurück kommt. Zur Lavahöhle Gígjagá (Yoda-Höhle genannt, weil der Blick von innen nach außen an die Silhouette von Yoda aus Star Wars erinnert) konnten wir 2022 noch fahren, nun gibt es bereits am Beginn der Zufahrt die obligatorische Kameraüberwachung. Stolze 17 Euro hätten wir berappen sollen – nein danke!

War seinerzeit das freie Übernachten kein Problem ist das mittlerweile verboten, sondern es sollen Campingplätze aufgesucht werden. Es sind einfach viel zu viele Mobile auf Island unterwegs, und damit meinen wir nicht die gut ausgestatteten, häufig autarken Wohnmobile, die mit der Norröna anreisen. Das Problem sind die Unmengen an sogenannten Mietcampern, die diese Bezeichnung gar nicht verdienen. Primitiv ausgestattete (Mini)-Fahrzeuge häufig besetzt mit unglaublich vielen Personen. Könnt Ihr Euch vorstellen, dass in so kleinen Kisten wie der auf der linken Seite drei (!) Erwachsene unterwegs sind, oder in der etwas größeren Variante ganz oft drei, aber auch nicht so selten vier (!) Erwachsene.

Diese Überbelegung führt dann nach Ankunft der „Camper“ zu fantastischen langanhaltenden Schiebetürkonzerten, und nicht nur das. Mangels Durchgang aus dem Fahrerhaus nach hinten kommt auch noch das ständige und nervtötende Türengeknalle der Fahrerhaustüren hinzu. Rücksichtnahme scheint für die Klientel, die so unterwegs ist, leider ein Fremdwort zu sein. Und da Zeit knapp ist, geht das so vom späten Nachmittag bis in die Nacht hinein.

Die Campingplätze sind nicht nur von daher teilweise eine Zumutung. In unseren Reiseberichten haben wir an einigen Stellen ausführlicher dazu geschrieben. Viel Geld einfach nur für einen Platz auf einer matschigen Wiese. Vernünftige Ausstattung, wie wir es diesen Winter beispielsweise in Skandinavien erlebt haben, absolute Fehlanzeige. Gab es dort in der Regel ausreichend Sanitärräume, häufig gut ausgestattete Küchen und Aufenthaltsräume (siehe zwei Beispiele aus Schweden), teilweise sogar Sauna etc, so sucht man danach auf Island meist vergeblich.

1 oder 2 Toiletten, 1 oder maximal 2 Duschen, Küchen, die den Namen nicht verdienen, wenn überhaupt kalte Aufenthaltsräume – das war's. Nun werdet Ihr vielleicht anmerken, dass wir doch autark sind und das alles gar nicht brauchen – aber wenn ich viel Geld für einen Platz bezahle, dann will ich auch die Annehmlichkeiten nutzen können, gerade auch im Winter! Ansprechpartner sind oft gar nicht vorhanden, man bucht sich über eine App ein – und anschließend macht auf dem Platz sowieso jeder was er will. Wir waren deshalb froh, dass wir oft gar keinen Campingplatz aufsuchen konnten, da diese entweder geschlossen oder nicht zugänglich waren.

Nach unserem Eindruck wird auf Island durchaus viel für die touristische Infrastruktur getan. So konnten wir ausgedehnte Straßenbauarbeiten mit teilweise anderem Verlauf der Ringstraße feststellen. Hotels, Ferienhäuser- und hütten, sogenannte Aurora Iglus usw. entstanden/entstehen in großer Zahl. Aber die Infrastruktur für Camper/Wohnmobile liegt ziemlich brach, nach dem Motto „Friss oder stirb“ - denn nach gesetzlicher Grundlage gibt es ja eigentlich keine andere Möglichkeit, als diese Plätze aufzusuchen.

Kommen wir noch einmal zurück auf die oben schon erwähnten Apps! Wenn sie denn überall problemlos funktionieren würden, wäre das ja kein Problem. Aber wir verweisen auf die beschriebenen Probleme der Zoll-App – die nicht nur wir, sondern auch zahlreiche andere Reisende und auch viele Isländer haben. Und auch bei der Parka-App ist es ein Problem, ein deutsches Fahrzeug zu registrieren. Das ist nicht vorgesehen, wir haben uns damit geholfen, dass der MAN einfach ein isländisches Fahrzeug war. Und eigentlich braucht man für die Nutzung Netz, das auch nicht überall vorhanden ist.

Island war immer schon ein teures Reiseziel. Aber seit unserem letzten Aufenthalt 2022 scheinen uns die Preise regelrecht explodiert zu sein.

Hinzu kommt, dass sehr viele der Parkplätze mittlerweile Gebühren kosten. Gegen Parkgebühren ist ja grundsätzlich nichts zu sagen, aber was da teilweise verlangt wird, ist Nepp. Um die 10 Euro war irgendwie der Normalfall, aber es gab auch Plätze (Hverir am Myvatn beispielsweise) wo wir mehr als 20 Euro hätten zahlen müssen. Die spinnen! Ein ganz besonderer Jux – wir wollen bei Keflavik eine Gasflasche an einer Tankstelle kaufen und sollen an der Tanke für das Abstellen des MAN Parkgebühr zahlen. Da fahren wir doch direkt wieder und besorgen die Flasche woanders.

Öffentliche Toiletten gibt es selbst entlang der Ringstraße nur sehr selten, und dann kosten sie auch noch mehr als 2 Euro für die Benutzung. Uns wundert, wo die vielen Mietwagentouris und Primitivcamper ihr Geschäft erledigen. Obwohl, auch das haben wir gesehen, man hockt sich einfach neben das Fahrzeug (was soll man denn sonst auch machen!?) und die Hinterlassenschaften inklusive Papier bleiben in der Natur zurück (das eine könnte man vergraben, das andere mitnehmen, hat dann aber anschließend das Problem der Entsorgung, denn Abfalltonnen sind Mangelware).

Zugenommen hat nach unserem Eindruck auch das Problem der Lichtverschmutzung. Jeder noch so abgelegene Hof hat eine mit regelmäßig aufgestellten großen LED Laternen versehene Zufahrt, sei sie auch noch so lang.

Als extrem nervig empfanden wir die allgegenwärtige Videoüberwachung. Die unzähligen Chinesen, die hier unterwegs sind, wird dies wohl nicht stören, sind sie doch von zu Hause nichts anderes gewohnt. Aber wir mögen diese Dauerüberwachung absolut gar nicht.

 

Viel Negatives – aber selbstverständlich gibt es auch Positives zu berichten. Die Landschaften sind nach wie vor toll, jetzt im Winter natürlich besonders reizvoll. Nachdem wir die Hotspots an der Süd- und Südwestküste hinter uns gelassen hatten, nahm die Touristenüberflutung spürbar ab, und man konnte die Schönheit der Insel deutlich mehr genießen. Auch das Autofahren war direkt viel entspannter. Und anhalten und parken war meist ohne Gebühr möglich. Wir haben viel und fantastisches Nordlicht gesehen.

Insgesamt haben wir es trotz der negativen Aspekte nicht bereut, diese Tour nach Island unternommen zu haben. Island im Winter mit dem eigenen Mobil ist schon etwas ganz Besonderes. Aber nach jetzigem Stand wird es angesichts der Entwicklungen im Land leider wohl unsere letzte Reise auf die schöne Insel gewesen sein, die Jubiläums-10 wird es voraussichtlich nicht geben. Der Run auf die Insel wird sicherlich noch weiter zunehmen, so sind beispielsweise aktuell mehrere Direktflüge pro Woche von und nach China angedacht. Natürlich sind auch wir Teil dieser Touristenflut, aber diese Menschenmassen verträgt die Insel nicht – und so werden wir in Zukunft auf einen Besuch verzichten.

 

Aktuelles

 

 

Island

im Spätwinter 2026

14. Mai 2026

 

Nach einem kurzen Abstecher Richtung Mjoifjördur geht es nach Seydisfjördur zur Fähre. Die Fährfahrt zurück nach Dänemark ist deutlich ruhiger als die Hinfahrt. Wir ziehen ein Fazit zur dieser Reise nach Island.

 

 

Island

im Spätwinter 2026

05. Mai 2026

 

Im Nordosten können wir einige Wanderungen unternehmen, besuchen eine eindrucksvolle Papageitaucherkolonie und erleben erneut fantastisches Nordlicht. 

 

 

Island

im Spätwinter 2026

04. Mai 2026

 

Wir verlassen den Arctic Coast Way für einen Abstecher zum Myvatn. Anschließend geht es zurück zu dieser Küstenstraße und weiter Richtung Osten.

 

 

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